Michel

Michel sitzt neben seiner Beinprothese, er hat sein linkes Bein verloren. Sein linker Ellenbogen ist verbunden. Tortzdem lacht er.

Hallo, mein Name ist Michel. Aber meine Freunde nennen mich alle nur Michée.

Ich komme aus Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika.

Im Dezember 2000 wurde ich von einem Auto überfahren. Ein Mann war rückwärts in den Spielplatz reingefahren, in dem ich gerade spielte. Mein linker Arm und mein linkes Bein wurden schwer verletzt.

Erst nach drei Monaten wurde ich wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Mein linkes Bein war amputiert und mein linker Arm gelähmt. Der Fahrer des Wagens konnte seine Beziehungen spielen lassen und musste keinen Schadensersatz zahlen. Meine Familie konnte es sich nicht leisten, einen Anwalt einzuschalten - so konnten wir uns nicht dagegen wehren. Es gab nichts, was wir tun konnten.

Es ist bei uns nicht wie in Deutschland, wo es heute zum Glück mehr Rechte und Möglichkeiten gibt, dass Kinder mit einer Behinderung, so wie ich es bin, die Schule besuchen können und versorgt werden.

Mitarbeiter von Handicap International fanden heraus, dass die Herstellung einer Prothese in einer Werkstatt für mich ungefähr 240 Euro kosten würde. Außerdem müssen wir jeden Monat 60 Euro Schulgebühren zahlen. In Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo muss man nämlich bezahlen, um zur Schule gehen zu dürfen.

Mein Vater hat seine Arbeit verloren und kämpft sich nun jeden Tag ab, um Geld zu verdienen, damit wir genug zu Essen haben. Dabei noch das Schulgeld und das Geld für meine Prothese zu sparen, ist unmöglich.

Nachdem durch den Einsatz von Handicap International in einer lokalen Fernsehsendung über meine Geschichte berichtet wurde, stimmte die Werkstatt zu, die Kosten für die Prothese auf 100 Euro zu reduzieren. Handicap International steuerte 80 Euro bei und meine Eltern brachten 20 Euro auf.
Eine anonyme Person spendete die Schulgebühren, nachdem diese Person die Fernsehshow gesehen hatte.

Michels Schule ist aus Lehm und Stroh gebaut und steht im an einem großen Platz. Im Hintergrund wachsen Palmen.
Michels Schule ist aus Lehm und Stroh gebaut und steht im an einem großen Platz. Im Hintergrund wachsen Palmen.

Heute gehe ich immer noch zur Schule, aber ich wachse sehr schnell und schon jetzt ist meine Prothese zu klein, um mich richtig zu unterstützen. Eine neue Prothese würde 200 Euro kosten. Handicap International und meine Eltern werden diese Prothese wieder gemeinsam bezahlen.
Aber: Ich wachse weiter und ich wachse schnell. Das bedeutet, dass ich in sechs Monaten schon wieder eine neue Prothese brauche!
Und in Kinshasa gibt es eine Menge Kinder wie mich...

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Stand: 11/2008

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