Zarahni

Zarahni sitzt auf dem Rasen, lächelt verlegen und kratzt sich am Kopf.

Ich heiße Zarahni und komme aus Indonesien. Ich bin sieben Jahre alt.

Als der Tsunami im Dezember 2004 auf unsere Küste traf, wurde ich von der riesigen Welle mehrere Kilometer mitgeschwemmt. Ich konnte mich an einem Stück Holz festhalten und bin so zum Glück nicht ertrunken. Ich hatte sehr viel Angst und wurde irgendwann bewusstlos. Als ich wieder aufwachte war ich ganz alleine in einem Krankenhaus. Mein Bein war sehr schwer verletzt und ich hatte schlimme Schmerzen. Nach mehreren Eingriffen wurde mein Bein amputiert.

Zarahni sitzt mit ihrem Papa auf einer Matte auf dem Rasen, vor ihr liegen ihre Krücken.

Zwei Wochen später kamen zwei Physiotherapeuten zu mir. Aber ich wusste zuerst gar nicht, was das ist. Diese Leute helfen einem nach einer Operation, Übungen zu machen, damit man wieder laufen kann. Anfangs war ich sehr schüchtern, wenn sie mich besuchten, aber sie waren sehr nett. Sie kamen jeden Tag zu mir und ich fing an, mich an sie zu gewöhnen. Und wisst ihr was dann passierte? Nach einer Woche freute ich mich sogar auf ihren Besuch!

Weil ich nur noch ein Bein hatte, musste mein Papa mir von nun an bei allem helfen, denn ich konnte nicht mehr alleine gehen. Doch dann gaben mir die Ärzte Gehhilfen (so nennen die Ärzte die Krücken), so dass ich wieder alleine laufen konnte und die Hilfe von meinem Papa nicht mehr brauchte. Jetzt muss er mir nur noch beim Verbandwechseln helfen.

Ina
Ina liegt traurig auf einem Bett. Sie ist ganz dünn und hat die rechte Hand verbunden.

Mit mir im Krankenhaus war Ina, sie war erst fünf Jahre alt. Auch sie wurde vom Tsunami mitgerissen und saß danach einige Tage in einem Baum fest, bis sie gefunden wurde. Ihre Mama ist ertrunken.
Sie kam wie ich ins Krankenhaus in Banda Aceh – die Stadt war sehr schwer vom Tsunami betroffen. Nach langem Suchen fand sie ihr Papa dort.
Da sie sehr viel Meerwasser geschluckt hatte, hatte Ina eine Atemwegserkrankung. Aber dank der Hilfe der Ärzte kann sie nun wieder ohne Probleme atmen.

Ina übt das Laufen zusammen mit ihrem Papa und einer Ärztin im Rehabilitationszentrum.

Aber sie steht immer noch unter Schock, weil sie beim Tsunami sehr schlimme Dinge erleben musste.
Außer ihrem Papa will sie niemanden in ihrer Nähe haben und wenn man mit ihr spricht, fängt sie sofort an zu schreien und zu weinen. Für die Ärzte war das ein großes Problem, weil sie Ina so nicht helfen konnten. Übungen machte sie nur, wenn ihr Papa sie an den Händen hielt und in ihrer Nähe war: Sie musste das Gehen erst wieder lernen. Einige Zeit später, als sie mit ihrem Papa weiter das Gehen übte und schon Fortschritte machte, sah sie die Ärzte an und schenkte ihnen zum ersten Mal ein Lächeln.

Der kleine Fidrous sitzt zusammen mit einem großen weißen Ball in seinem Gitterbett und schaut den Fotographen mit großen Augen an.

Auch Firdous war bei uns im Krankenhaus. Er war erst sieben Monate alt und wurde mit seiner Schwester von der Welle weggeschwemmt. Sie versuchte Firdous vor dem gefährlichen Strom zu schützen, aber trotz ihrer Versuche schluckte er sehr viel Wasser. Wie durch ein Wunder überlebten die beiden den Tsunami. Doch Firdous bekam Probleme beim Atmen, da er zu viel Wasser und Schmutz schluckte. Der kleine Firdous wurde zweimal am Tag von Ärzten behandelt und nach schon zwei Wochen ging es ihm viel besser.

Stand: 11/2008

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