Sanu

Bas Bogaerts / Handicap International

Hallo! Ich bin Sanukanchi, aber mein Spitzname ist Sanu. Ich bin 14 Jahre alt und lebe in Nepal. Aufgewachsen mit ich mit meinen Eltern und meinen Geschwistern in einem kleinen Dorf. Ich bin mit einem Klumpfuß geboren, das heißt mein rechter Fuß ist anders als bei anderen Kindern. Dadurch konnte ich nie ohne Schmerzen laufen. Meine Eltern sind arme Bauern,  können nicht lesen oder schreiben. Sie wussten nicht, wie sie mir helfen konnten. Ich war als Kind also nie bei einem Arzt. Als ich neun Jahre alt war, habe ich draußen gespielt und plötzlich wurde mein gesunder Fuß verletzt. Mein Vater ist damals gestorben und meine Mutter musste sich auch noch um meine anderen Geschwister kümmern, deshalb hatten wir kein Geld für einen Arzt und die Wunde entzündete sich. Es wurde immer schlimmer. Am Ende musste man meinen Fuß amputieren, um mein Leben zu retten. Der Fuß musste also abgeschnitten werden. Ich erinnere mich immer noch an diesen Tag. Ich war so unglaublich traurig.

Weil der andere Fuß zu schwach war, konnte ich nicht einmal mit Krücken laufen. Ich konnte nicht mehr zu Schule gehen, weil ich das Haus nicht verlassen konnte. Ich konnte nur noch krabbeln. Ich habe ferngesehen und gemalt. Am Anfang war ich einfach nur verzweifelt, weil ich nicht mehr nach draußen konnte. Doch nach einer Weile wollte ich das nicht mehr. Die Menschen haben sich über mich lustig gemacht und die anderen Kinder haben mich geärgert. Nach einigen Jahren besuchte mich ein Mitarbeiter von Handicap International sagte, dass er mir ein künstliches Bein geben kann. Ich hatte große Angst vor dem fremden Mann. Dann bin ich aber doch mit ihm in ein Krankenhaus gefahren, um mich operieren zu lassen.

Nach der Operation musste ich viel arbeiten. Bis heute muss ich regelmäßig trainieren, um mit dem neuen Bein laufen zu können. Leider sind die Menschen, die mir dabei helfen, weit von zuhause entfernt. Deshalb musste ich in ein Heim ziehen, das sich in der Nähe befindet. Hier sind alle so wie ich und keiner macht sich über mich lustig. Ich habe hier meine beste Freundin gefunden. Ich vermisse meine Mutter. Aber ich kann nicht auf dem Land leben. Ich brauche das Training. Und meine Mutter ist so stolz auf mich. Heute kann ich mit Krücken laufen und wieder in die Schule gehen. Bald will ich ganz ohne Krücken laufen. Dafür übe ich viel. Vor kurzem war ich wieder Hause bei meiner Familie. Sie trauten ihren Augen nicht, als sie mich sahen. Manchmal bin ich traurig darüber, was mit mir passiert ist, aber ich bin sehr stolz, was ich bis heute geschafft habe.

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