Tschetschenien

Flagge von Tschetschenien

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Tschetschenien war früher ein Teil der großen Sowjetunion. Als diese zerfiel, wollte sich Tschetschenien wie viele andere ehemalige Sowjetrepubliken unabhängig machen. Seitdem gibt es Krieg mit der mächtigen russischen Armee.

Bereits im ersten tschetschenischen Krieg 1994 bis 1996 starben etwa 100.000 Menschen, das ist ein Zehntel der Bevölkerung. Seit der Krieg 1999 wieder begann, gab es noch einmal so viele Todesopfer, dazu noch unzählige Schwerverletzte und Vertriebene. Die Hauptstadt Grosny, eine früher blühende Stadt, wurde von Bomben völlig zerstört. Vor dem Krieg lebten hier 500.000 Menschen. Heute sind es gerade noch 90.000. Und auch auf russischer Seite hat der Krieg Opfer gefordert, Tausende junger Soldaten, die zum Teil mit kaum mehr als 16 Jahren zum Militär eingezogen wurden.

Es ist ein Guerrillakrieg und eine unaufhaltsame Spirale der Gewalt entstanden: Invasionen, gefolgt von Terroranschlägen, wiederum gefolgt von Vergeltungsaktionen, in denen russische Söldner oft wahllos tschetschenische Zivilisten beschießen, verschleppen oder foltern. Wer leiden muss unter der Gewalt von allen Seiten, ist vor allem die Zivilbevölkerung.

Landkarte von Tschetschenien

Tschetschenien ist heute ein Land der Witwen: Es gibt keine Frau, die nicht wenigstens einen männlichen Familienangehörigen verloren hat. Die Lebensbedingungen in Tschetschenien sind katastrophal. Bezahlte Arbeit gibt es praktisch nicht mehr, Landwirtschaft zur Selbstversorgung ist weitgehend unmöglich geworden, da auf den Feldern Hunderte von Minen liegen. In den feuchten Kellern, wo die Menschen oft monatelang Zuflucht suchen, haben sich viele Menschen mit Tuberkulose, einer gefährlichen Lungeninfektion, angesteckt. Jahrelang haben aufgrund von Kämpfen rivalisierender Banden Ölfelder gebrannt, wodurch das Trinkwasser verseucht wurde. In den wenigen halbwegs funktionierenden Schulen sowie Krankenhäusern fehlt es deshalb an Wasser, aber auch an Strom, Telefonen, Einrichtungsgegenständen, Arbeitsmaterialien und an Medikamenten.

Ohne humanitäre Organisationen können die Menschen in Tschetschenien praktisch nicht mehr überleben. Deshalb versuchen Handicap International und andere Nicht-Regierungs-Organisationen, auch unter diesen äußerst schwierigen Bedingungen weiter zu arbeiten.

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